LEIDER ABGESAGT: Hildebrand Haake leitet die Westfälische Kantorei in einem Konzert mit geistlicher Chormusik von H. Genzmer, T. Burleigh, M. Reger u.a.

Erstellt am 14.03.2020

"Leiden und Auferstehen" - Passionskonzert

Samstag, 14. März, 19 Uhr
Auferstehungskirche Bad Oeynhausen

und

Sonntag, 15. März, 18 Uhr
Münster St. Bonifatius zu Hameln

A-cappella-Chorwerke von M. A. lngegneri / G. Eriksson, H. Genzmer, R. Mauersberger, K. Thomas, M. Reger, Spirituals sowie ausgewählte Orgelwerke.

Westfälische Kantorei Herford
Leitung: Prof. Hildebrand Haake

Orgel: Maria Potaschnikova (in Hameln) / József Opicz (in Bad Oeynhausen)

Zum Konzertprogramm

Seit 1987 leitet Prof. Hildebrand Haake die Westfälische Kantorei. 1948 vom damaligen Rektor der Landeskirchenmusikschule Herford, Wilhelm Ehmann, gegründet, ist die Leitung des Vokalensembles seither an die Fachleitung für Chor- und Orchesterdirigieren der heutigen Hochschule für Kirchenmusik gekoppelt. Die Kantorei erlangte in den fünfziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts auf internationalen Reisen Weltgeltung. Literaturschwerpunkte sind geistliche A-cappella-Kompositionen, Renaissance und Spätromantik bis Moderne/Avantgarde. Ein besonderes Anliegen der Kantorei ist es, selten aufgeführte Werke einem breiten Publikum zu Gehör zu bringen.

Im Konzertprogramm am Wochenende 14./15. März 2020 steht die individuelle Erfahrung von Leiden und Auferstehen im Zentrum. Zwei Kompositionen aus dem 20. Jahrhundert von Harald Genzmer und Gunnar Eriksson eröffnen die christliche Perspektive auf das Jenseits, vermittelt durch den Heiligen Geist, in schillernden Farben und kraftvoller Bewegung.

Ganze Volksgruppen mussten (und müssen heute noch immer) Unterdrückung und Demütigung ertragen, so auch die aus Afrika millionenfach seit dem 17. Jahrhundert nach Nordamerika verschleppten Sklaven. Spirituals waren ihre musikalische Sprache, wenn sie den christlichen Glauben angenommen hatten, und authentische Zeugnisse ihres Lebensgefühls. Biblische Befreiungsgeschichten wurden zu Hoffnungsträgern, so die Flucht aus der Pharaonenknechtschaft („Wade in the water“ / N. Luboff) und die Sehnsucht nach dem verheißenen Land jenseits des Jordan ("Deep river" / T. Burleigh). Zusammen mit „Swing low, sweet chariot“ (C. T. Hütterott) stehen drei erstklassige Arrangements dieser Klassiker auf dem Programm.

Krieg ist eine andere kollektive Erfahrung von Leid. Vom 13. bis 15. Februar 1945 wurde Dresden verheerend bombardiert. Rudolf Mauersberger, damals Leiter des Dresdener Kreuzchores, komponierte aus diesem Anlass am Karsamstag 1945 „Wie liegt die Stadt so wüst“, basierend auf den biblischen Klageliedern des Jeremia. Darin wird die Tempelzerstörung in Jerusalem und die Deportation der Israeliten nach Babylonien beschrieben. Ein Stück von eindrücklicher Wucht, das uns fassungslos vor der Sinnlosigkeit der Zerstörung stehen lässt.

Für den Ausblick, das Wiederauferstehen, steht Kurt Thomas' Motette „Gott wird abwischen alle Tränen“, hingebungsvoll tröstlich mit klarem Blick auf das ewige Leben.

Schließlich geht es um das ganz persönliche Leid, den Blick auf das Lebensende und die Hoffnung auf ewiges Leben: Max Reger hat in seiner Motette „Mein Odem ist schwach“ 1909 einen Meilenstein der Chorkomposition geschaffen, mit einem hinreißenden Weg aus der völligen Kraftlosigkeit hin zur triumphalen Schlussfuge „Aber ich weiß, dass mein Erlöser lebt“.

Das Konzert bietet intensive Musik mit tiefen Einblicken und wird an beiden Aufführungsterminen mit Orgelwerken ergänzt.

Beim Konzert am Sonntag in Hameln spielt die dortige Kantorin am Münster, Maria Potaschnikova, ein polnisches "Salve Regina misericordiae" (Anonym, ca. 1570), "Trivium" von Arvo Pärt und die Passacaglia c-moll von Johann Sebastian Bach, BWV 582. Beim Konzert am Samstag in Bad Oeynhausen wird der dortige neue Kantor József Opicz andere ausgewählte Werke darbieten.

Der Einritt kostet in Bad Oeynhausen 12 Euro (Kartenvorverkauf im Gemeindebüro und im "Haus des Gastes"), in Hameln 10 Euro (Karten beim Veranstalter, Kirchengemeinde Münster St. Bonifatius.    

Prof. Hildebrand Haake