13. Juni 2021: Orgeltag Westfalen + Examenskonzert

1 Mensch - 2 Füße - 10 Finger - 1001 Möglichkeiten

Nach 3 Jahren ist es wieder soweit: Ganz Westfalen feiert die Orgel. Häufig im Rücken der Gemeinde platziert, wird sie am Sonntag, 13. Juni 2021, verdientermaßen mal so richtig ins Blickfeld gerückt.

Organistinnen und Organisten, Kirchengemeinden, Orgelbauvereine, Klöster, Orgelbauwerkstätten und alle weiteren Orgel-Schaffenden in Westfalen bieten vielfältige und lebendige Veranstaltungen rund um ihre Orgel bzw. rund um das Thema Orgel. Als Kooperationspartnerin des Orgeltags lässt selbstverständlich auch die Hochschule für Kirchenmusik Herford-Witten die Königin der Instrumente an diesem Tag in besonderer Weise erklingen.

Nach den guten Erfahrungen mit dem ersten Orgeltag Westfalen im Sommer 2018 veranstaltet die Evangelische Kirche von Westfalen den zweiten Orgeltag Westfalen in ökumenischer Zusammenarbeit mit den drei Bistümern Essen, Münster und Paderborn. Weitere Kooperationspartner sind der Landschaftsverband Westfalen-Lippe, die Stiftung Orgelklang und das Posaunenwerk Westfalen.

Mehr Informationen zur Herforder Orgel-Zelebration finden Sie demnächst hier und auf www.orgeltag-westfalen.de. Dort finden Sie außerdem alle Veranstaltungen westfalenweit für diesen Tag.

Und Eindrücke von den Veranstaltungen der Hochschule für Kirchenmusik Herford am Orgeltag 2018 finden Sie HIER

 

 

HINWEIS
Durch Veränderungen des Corona-Infektionsgeschehens kann es bei allen Veranstaltungen zu kurzfristigen Änderungen oder sogar zur Absage kommen. Bitte besuchen Sie für aktuelle Informationen die jeweilige Website zur Veranstaltung. Vielen Dank für Ihr Verständnis!

Mit der Orgel per „Du“

Die Orgel ist eindeutig ein Star unter den Musikinstrumenten. Mit ihrer imposanten Größe und dem ausgefeilten technischen Aufbau beeindruckt sie schon rein optisch. Sie strahlt Würde und „Royalität“ aus. Allerdings sind Orgeln durch ihren räumlichen Standort, der sich in Kirchen meistens im Rücken der Gemeinde auf einer Empore befindet, häufig „unsichtbar“. Was liegt also näher, als die Orgel regelmäßig akustisch und optisch in den Blick zu nehmen und sie einmal ganz persönlich kennenzulernen! 

Beschäftige Dich mit ihr. Gehe nahe ran. Lass Dir von dem/der Kirchenmusiker*in die Orgel erklären, zeigen, vorspielen. Wie wäre es mit einem kleinen Privatkonzert? Vielleicht je ein kurzes Stück aus dem 16. /17. /18. /19. /20. / 21. Jahrhundert vorspielen lassen? Spüre die Entwicklung der Orgelmusik. Einiges wird Dir gefallen, anderes möchtest Du eventuell nie wieder hören. Komme ins Gespräch mit dem/der Organist*in! Klettere (unter Aufsicht) in die Orgel hinein. Staune über die Statik eines Orgelgehäuses, über die vielen Holz- und Metallbauteile, über die wunderbare Machart eines Pfeifenfeldes und auch über dessen grafische Wirkung! Wo steht die größte Pfeife?  Wie ist sie eigentlich gegen das Herausfallen gesichert? Wo versteckt sich die kleinste Orgelpfeife? Vielleicht darfst du auch mal eine Pfeife verstimmen – und dann bitte nicht vergessen, sie auch wieder auf die korrekte Tonhöhe zu bringen! Magst Du ein kleines Orgelvideo drehen? Lass Dir die Gemeinsamkeiten zwischen einer Pfeifenorgel und einem Synthesizer erklären (ja – es gibt diese)! Warum darf eine Orgel auch mal „spucken“? Warum bekommen die Pfeifen oft „einen auf den Deckel“? Warum brauchen manche Pfeifen eigentlich eine Krücke? Muss eine Orgel wasserdicht sein (denn immerhin braucht sie von Zeit zu Zeit eine Wassersäule)? Wo sind eigentlich Trompete, Posaune und Fagott versteckt, die doch vorne auf den Registerschildern stehen? 

Als krönenden Abschluss lass Dich von der Orgel „umpusten“, indem Du im wahrsten Sinne des Wortes alle Register ziehst und dann einfach mal losspielst! 

Was - Du kannst gar nicht spielen? Egal - die Orgel ist dir nicht böse für ein schüchternes Niederdrücken der Tasten. Was übrigens immer geht: Mit dem linken Fuß die unterste Pedaltaste drücken, und dann einige weiße Tasten mit den Fingern nacheinander drücken. Es könnte sein, dass es dann „… nicht schön, aber laut“ klingt. Aber wetten wir: Dein Gesicht wird danach strahlen, und Du wirst am selben Tag noch irgendeinem Menschen von dieser Begegnung erzählen!

Matthias Nagel